Ist es fair, dass Börsenzocker Jérôme Kerviel nun 400.000 Euro von seiner Bank kriegt?

June 8, 2016

By Jan

Der Ex-Börsenhändle der franzosischen Bank Société Générale Jérôme Kerviel hat gestern einen Sieg vor Gericht errungen. Da das Institut keinen “wirklichen und ernsthaften” Grund zu der Kündigung gehabt habe, hat ein Pariser Arbeitsgericht Kerviel mehr als 450.000 Euro für seine Entlassung durch die Großbank Société Générale zugesprochen.

Kerviel twitterte dazu: Glückwunsch an meine Anwälte. Der Kampf geht weiter…bis zum Schluss. Brisant ist das Thema da Kerviel 2008 durch Spekulationen seinem ehemaligen Arbeitgeber einen Verlust in Höhe von 4,9 Milliarden Euro eingebracht haben soll.

Der Fall Kerviel ist einer der größten Skandale der Finanzgeschichte. Als seine Buchungstricks, mit denen er seine Verluste einige Zeit verschleiern konnte 2008 aufflogen, wurde jedoch das gesamte Ausmaß seines Handelns sichtbar: eigenmächtig hatte er die unvorstellbare Summe von 50 Milliarden Euro aufs Spiel gesetzt und damit eine Gefahr für die Stabilität des globalen Finanzsystems geschaffen. Die Bank brauchte mehrere Tage um seine Geschäfte abzuwickeln, konnte die Verluste allerdings nur auf die genannten 4,9 Millarden Euro begrenzen.

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Kerviel wurde wegen Untreue, Fälschung und Manipulation von Computerdaten zu drei Jahren Haft verurteilt und hat seine Haftstrafe bereits abgesessen. Die Bank behauptet, Kerviel habe eigenmächtig gehandelt, er habe manipuliert, gefälscht und ohne Einwilligung seiner Vorgesetzten gehandelt. Kerviel behauptet das Gegenteil: Seine Chefs hätten stets gewusst, was er wie tue, sie hätten sein Verhalten gebilligt.

Vor wenigen Wochen verklagte er die Bank auf Schadenersatz und hat nun Recht bekommen. Das Arbeitsgericht in Paris gestand ihm rund 100.000 als Schadenersatz für die unrechtmäßige Kündigung und 300.000 Euro Bonus für Kerviels Arbeit 2007, der ihm nicht mehr ausgezahlt wurde.

Aktuell sagen 75% der Sentifi-Crowd dies ist kaum zu glauben und nicht fair.

Hier einige der Stimmen:

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